Dichter ...


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Besuch bei Hamlet
(Schloss Kronborg in Helsingør - Bilder zum Vergrößern anklicken!)

Voller Grimm

 

Ein Wolf, geboren im Westen von Polen,

wollte beim Bauern ein Geißlein sich holen.

Der fand das nicht gut,

er schäumte vor Wut

und feuerte gleich mit scharfen Pistolen.

 

Der Wolf war darüber mächtig erschrocken,

ließ sich vom Lammgulasch dort nicht mehr locken,

schwamm rasch durch die Neiße,

fand Wasser zwar Scheiße,

war aber drüben ganz schnell wieder trocken.

 

In Deutschland traf er auf sehr nette Leute,

wie Oma, die ihn mit Kuchen erfreute,

dazu ein Schluck Rotwein,

der schmeckte ihm so fein,

dass nie wieder heim er wollte zur Meute.

 

Aquarell von Walter Zweigle (1859 -1904)


Sie sprachen zu ihm ganz sanft und bedächtig,

vor allem als er dann irgendwann trächtig.

Hatten Kreide gekaut,

damit bloß nicht zu laut

die Stimme erklang, zu tief und zu mächtig.

 

Ein Jäger wollte dem Pelztier ans Leder,

fiel drum in den Brunnen viereinhalb Meter.

In Jute gehüllt,

mit Steinen befüllt,

sauste er abwärts mit lautem Gezeter.

 

Sie hatte mit einem Wolfsspitz gepimpert,

wegen des Namens nicht lange gezimpert,

warf schließlich fünf Welpen,

worauf für die selben

das Geld in den Kassen tüchtig geklimpert.

 

„Der Wolf ist zurück“, frohlockten die Narren

und spannten ihn eilig vor ihren Karren.

Dachten ernsthaft daran,

ihn – sobald er vegan –

zum Maskottchen, gar zum Leitwolf zu machen.

 

Ein neuer Bürger, in Jena daheim,

ging sprachlich dem Deutschen dann auf den Leim.

Um dreiviertel vier

erstach er das Tier.

Man twitterte #Mord# in Prosa und Reim.

 

Doch war es ganz klar nur ein Missverständnis,

von manchen Vokabeln mangelnde Kenntnis,

die eben eindeutig

mitunter zweideutig

– so konnte man’s lesen in dem Geständnis.

 

Er hat ihn für einen Fleischwolf gehalten,

ließ deswegen bloß sein Schlachtmesser walten.

Ein so fetter Braten

schien ihm wie geraten,

Kochkunst süß-sauer an ihm zu entfalten.

 

Foto: FotoosVanRobin


So endet recht kläglich das schöne Märchen

vom Menschen und Wolf als glücklichem Pärchen.

Unser Appetit

spielte da nicht mit –

 doch hoffen wir nun auf ganz süße Bärchen. 

Zur Person


  • 1957 geboren in                 Gudensberg (Hessen)
  • seit 1994 zuhause in         Rudolstadt an der               Saale
  • verheiratet, drei                 Kinder
  • publizistisch tätig seit         1981
  • Vorsitzender des                 Autorenverbandes             Franken
  • Mitglied im Verein              Deutsche Sprache 
          und im Südthüringer          Literaturverein
  • Umweltwissenschaft-          ler und Förster


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