Büchermarkt Kirchberg 2012

Mitwitz, 2018

 

 

 

 

 Dichter ...


... heran möchte ich Sie, liebe Besucher, mit dieser Website holen. Dichter an meine diversen literarischen Projekte, seien es Veröffentlichungen, Vorträge oder Lesungen. Klicken Sie sich einfach durch die Seiten! Und wenn Sie mehr wissen möchten, schreiben Sie mir. Ein Kontaktformular finden Sie auf der letzten Seite.  


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Treffen und gewinnen!

Eigentlich ist sie ein Produkt des Zufalls, diese Website. Es gab sie seinerzeit gratis zu unserem Telefonvertrag dazu – und so hab ich sie halt mitgenommen. Nie im Leben hätte ich mir dabei träumen lassen, dass sich einmal eine fünfstellige Zahl von Besuchern auf ihr tummeln würde.


Aber jetzt ist es anscheinend bald so weit und deshalb möchte ich mich bei meinen bekannten und unbekannten Gästen mit einer speziellen Aktion bedanken. Wer mir einen Screenshot mit der Besucherzahl 10.000 zusendet (per E-Mail an gerhard.goldmann@autorenverband-franken.de), erhält von mir ein Freiexemplar meines Buches über Friedrich II. Und passend dazu sogar noch einen attraktiven Geldpreis: 


Nämlich eine der eher seltenen italienischen Ein-Cent-Münzen mit dem Castel del Monte darauf, dem steinernen Vermächtnis des großen Staufers. Und sollte der- oder diejenige überhaupt keine Interesse an der Geschichte des Morgen- und Abendlandes haben, so darf sie oder er sich gern ein anderes Werk aus dem Fundus meiner Veröffentlichungen aussuchen.


Jedenfalls bin ich sehr gespannt, wie lange es bis zu den vier Nullen dauert. Und noch viel neugieriger darauf, wer das Rennen macht!

Waschzwang unter Männern


Ehe er aufbrach, kam ihm der Gedanke, dass er unbedingt noch ein paar Fotos von ihr schießen müsste. Er ging die steile Treppe hinab, drehte den Schlüssel zweimal um, drückte die Klinke nach unten und schob die Stahltür ganz behutsam auf.

Sie stand direkt vor ihm, schwebte förmlich vor der weißen Wand, zu der sie einen zauberhaften Kontrast bildete. Durch das vergitterte Fenster fielen die Sonnenstrahlen leicht schräg auf sie und ließen ihre Konturen sehr viel schärfer hervortreten, als zwei Wochen zuvor in der neonbeleuchteten Halle. Einige Wassertropfen klebten an ihr. Wie kleine Perlen kamen sie ihm vor, von denen eine just in diesem Augenblick der Schwerkraft nicht länger widerstehen konnte und nach unten rollte, wobei sie eine dünne silbrige Spur hinter sich herzog.

Gunther holte sein Smartphone aus der Tasche, klappte es auf und lichtete sie aus allen erdenklichen Perspektiven ab. Von oben und von unten, von vorn und von der Seite. Dabei achtete er peinlich darauf, dass er sämtliche wichtigen Details gut erfasste: Die schwarze Metallic-Lackierung, die seitlichen Blechschürzen und die getönte Frontscheibe. Das chromblitzende Logo des Herstellers sowie die Typenbezeichnung mit ihren kryptischen Anhängseln. Und natürlich die beiden witzigen Aufkleber mit den Namen seiner Kinder, Dennis und Sabrina.

Photo: Andreas Grotehans, Fotocommunity


Oben in seinem Büro sichtete er das Ergebnis und suchte die gelungensten Bilder heraus. Die übrigen löschte er, nachdem er sie auf seinen Laptop kopiert und somit gesichert hatte. Erst danach machte er sich auf den Weg zu seinem allwöchentlichen Stammtisch.

 

Er war ein wenig aufgeregt, denn er wusste, dass die anderen seine Neuerwerbung sehr gewissenhaft begutachten und kommentieren würden. lm Grunde seines Herzens war er zwar überzeugt, dass sie sich von seiner Begeisterung mitreißen ließen. Trotzdem würde er sich die eine oder andere kritische, vielleicht sogar hämische Bemerkung anhören müssen, denn mit den neidischen Blicken anderer war im Zusammenhang mit solchen Anschaffungen immer zu rechnen. Und wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann musste er sich eingestehen, dass diese menschliche Regung auch bei seiner Kaufentscheidung ein kleines Bisschen mitgespielt hatte. Denn rein technisch und ökonomisch betrachtet hätte die Ersatzbeschaffung durchaus noch Jahre oder Jahrzehnte warten können. Aber schließlich hatte er auch repräsentative Verpflichtungen, denen er nachkommen musste. Und warum um alles in der Welt sollte er seinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg unter den Scheffel stellen?

Außer Mickey, der eigentlich jedes Mal zu spät kam, waren die anderen schon vollzählig versammelt. Und kaum dass Elfi ungefragt ein großes Helles vor ihm hingestellt hatte, bestürmten sie Gunther mit ihren Fragen. Er beantwortete sie geduldig und zog dann seinen Trumpf aus der Tasche, von Samsung und mit einem 6.4-Zoll-Display.

Volltreffer. Sie steckten ihre Köpfe vor dem kleinen Bildschirm zusammen, ließen ein gedämpftes Gemurmel hören und nickten zwischendurch anerkennend.
„Ein verdammt heißes Gerät“, meinte Oliver schließlich. „Dazu kann man dir echt nur gratulieren.“

„Aber den Lack“, warf Knut ein, „den solltest du unbedingt konservieren lassen, damit er so glänzend bleibt. Es gibt da eine Versiegelung auf Kunstharzbasis. Die lässt du einmal auftragen und kannst ihn dann Woche für Woche mit klarem Wasser reinigen. Da perlt der Dreck fast von selbst ab, und gegen Kratzer schützt es auch. Sowas passiert ja immer mal.“

„Ach weiß du“, antwortete Gunther mit geheuchelter Bescheidenheit, „das Aussehen ist für mich wirklich zweitrangig. Natürlich würde ich mir nicht irgendeine hässliche Blechkiste hinstellen. Doch entscheidend ist für mich die Leistung und was die anbetrifft, so hab ich mich wirklich enorm verbessert. Und was ich am tollsten finde: Den unglaublich sparsamen Verbrauch. Ratet mal, was die Maschine so schluckt.“

Sie rieten und lagen dabei alle viel zu hoch. Bis auf Jens, der offensichtlich noch nicht begriffen hatte, dass ein Perpetuum mobile für immer ein Wunschdenken bleiben würde. Aber er war ohnehin traditionell derjenige unter ihnen, der neuen Technologien gegenüber am feindseligsten eingestellt war. Und so wunderte sich niemand, als er über die vermeintlich unbefriedigende Lebensdauer von Gunthers Lieblingsspielzeugen zu sticheln begann.

„Dein Voriger war doch höchstens zwei Jahre alt. Hast du dir mal überlegt, wie viele Rohstoffe da verschwendet werden durch deinen ständigen Kaufrausch? Welche Energie in den Dingern drin steckt? Energie, die wir woanders viel dringender brauchten?“

„Ich versteh dich vollkommen, weil ich mir die Frage natürlich auch schon gestellt hab“, antwortete Gunther routiniert und gewandt. „Aber du siehst das zu eindimensional. Es ist doch nicht so, dass die alten irgendwo auf der Müllkippe landen. Nein, die werden weiterverkauft, kommen denen zugute, die sich sonst gar keine leisten könnten. Somit schaff ich nicht nur Arbeitsplätze, sondern tu sogar was für den sozialen Frieden. Wohlstand für alle – genau, wie deine Genossen es immer predigen!“
 
„Weißt du, wer es war, der Wohlstand für alle gefordert hat? Ludwig Erhard, von deiner eigenen Partei. Und der würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, wie schief unser Sozialsystem jetzt hängt. Aber das nur am Rande.“ Jens sah befriedigt in die Runde und der Stolz auf ein gewonnenes Duell im Klassenkampf prangte in imaginärer Leuchtschrift auf seiner Stirn. Dann fuhr er fort und wandte sich wieder direkt an Gunther: „Du solltest uns jedenfalls nicht vormachen, dass du mit so was den sozialen Frieden retten willst. Für dich ist es doch nur eine Trophäe, ein trendiges Leopardenfell, mit dem du dich vom gemeinen Volk absetzen kannst.“

„Zugegeben, es unterstreicht meinen gesellschaftlichen Status. Für den ich hart arbeiten muss. Aber es nützt auch denen, die du gemeines Volk nennst. Ohne das Know-how aus dem Bau solcher Luxusmodelle könnte die Industrie nämlich gar keine preiswerten entwickeln und verkaufen. Dann müssten arme Leute noch heute ihr schmutziges Bettzeug über das Waschbrett rubbeln.“

„Ich will mich nicht mit dir streiten, Gunther. Ich finde nur, ein weniger emotionales Herangehen tät uns auch bei Waschvollautomaten ganz gut. Wenn du mich fragst, dann sind es ganz einfach nur Maschinen. Banale Hilfsmittel, die uns das Leben erleichtern sollen. Keinen Deut anders als Staubsauger, Autos oder Elektroherde.“

Inzwischen war Mickey eingetroffen, hatte aufmerksam zugehört und schaltete sich nun ein: „Ganz Unrecht hat er nicht. Stellt euch mal vor, wir würden uns Jahr für Jahr ein neues Auto kaufen. Würden es gar mit Elch-Bildchen aus Skandinavien schmücken und mit den Umrissen irgendwelcher Inseln.“

Sie stellten es sich vor und brachen in schallendes Gelächter aus, das sich noch einmal steigerte, als Knut prustend einwarf: „Und jeden Samstag baden!“

Dabei verschluckte er sich vor Lachen und wäre um Schaumesbreite an seinem Bier erstickt. Wie damals, als Harald die Idee mit dieser bescheuerten Wette hatte. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Zur Person


  • 1957 geboren in                 Gudensberg (Hessen)
  • seit 1994 zuhause in         Rudolstadt an der               Saale
  • verheiratet, drei                 Kinder
  • publizistisch tätig seit       1981
  • Vorsitzender des                 Autorenverbandes             Franken
  • Mitglied im Verein              Deutsche Sprache 
  • Umweltwissenschaft-          ler und Forstamtsrat