Veröffentlichungen (Auswahl)

Prosa


  • Jagdfieber in Franken. (Hrsg., zusammen mit Autenrieth, Norbert). Iatros-Verlag, Sonnefeld, 2019 (ISBN 978-3-86963-390-9)
  • Kiesel rot-weiß. Merk-Würdiges und Ergötzliches aus Thüringen und Franken. Iatros-Verlag, Sonnefeld, 2019 (ISBN 978-3-86963-620-7)
  • Groschengrab Europa. In: „Sprachnachrichten" (ISSN 1868-8748, Nr. 80 (IV/2018), S. 31)
  • Beste Noten für Schiller und Goethe. In: Schneider, Marion (Hrsg.): „Thüringische Einladung". Größenwahn-Verlag. Frankfurt a. M., 2018 (ISBN 978-3-95771-216-5)
  • Tiefer als blau. In Mathies, Susanne (Hrsg.): „In der Tiefe". Litac-Verlag. Zürich 2018 (ISBN 978-3-9524849-1-3)
  • Volksweisheiten. In: DER DACKEL | BLÄTTER FÜR ASPHALTLITERATUR, Heft Nr. 2. Edition Samisdat. Wien, 2017 (ISSN 2415-1262)
  • Donau, Inn und Rio de la Plata. In: Frimberger, Alexander und Wandtner, Lothar (Hrsg.): „DoudnSuppn (Leichenschmaus) - Kriminalkurzgeschichten aus dem Bayerischen Wald". HePeLo-Verlag. Riedlhütte, 2017 (ISBN 978-3-943926-16-3)
  • Schallschutzwand und Schweigemauer. In: Autorengruppe Schreibsand: „Wenn Wände reden könnten - Geschichten aus Franken". Iatros-Verlag. Sonnefeld, 2017 (ISBN 978-3-86963-222-3)
  • Dämmerung. (Hrsg., zusammen mit Autenrieth, Norbert). Verlag Königshausen & Neumann. Würzburg, 2017 (ISBN 978-3-8260-6270-4)
  • Kalinka Jackson. In: Dunst, Verena und Reumann, Christian (Hrsg.): „Menschlichkeit zuerst“. Forum Gewaltfreies Burgenland. Eisenstadt, 2016
  • Immer größere Lügen. In: "DER DACKEL | BLÄTTER FÜR ASPHALTLITERATUR", Heft Nr. 1. Edition Samisdat. Wien, 2016 (ISSN 2415-1262)
  • Regen, eiskalt. In: Wandtner, Lothar und Frimberger, Alexander (Hrsg.): „Boandlkramer - und andere Kriminalgeschichten aus dem Bayerischen Wald“. edition golbet. Schönberg, 2015 (ISBN: 978-3-94392610-1)
  • Kleines Lexikon der Zugvögel. In: Associação dos amigos da leitura e do filme no Algarve: „Zugvögel”. edition ALFA. Portimao, 2013 (ISBN 978-989-95665-6-9)
  • Sommerradio. In: Alers, Kirsten, et al. (Hrsg.): „Planet Kassel“. Verlag Wortwechsel. Kaufungen, 2012 (ISBN 978-3-935663-25-0)
  • Wetterfühlig in Franken. In: Conrad, Wilfried, und Autenrieth, Norbert (Hrsg.): „Fließen – Erzählungen aus Franken“. Verlag Königshausen & Neumann. Würzburg, 2012 (ISBN 978-3-8260-4922-4)
  • Drache und Prinzessin. In: Associação dos amigos da leitura e do filme no Algarve: „Wandel”. edition ALFA. Portimao, 2011 (ISBN 978-989-95665-2-1)
  • Rampenschlag. Oder: Der Jäger fehlt. In: 42er Autoren e.V. (Hrsg.): „der zweiundvierziger“, Einmalige Printausgabe 2011
  • An S.D. Hans-Adam II., Fürst von und zu Liechtenstein. In: Dunst, Verena und Reumann, Christian (Hrsg.): „Briefe gegen Gewalt“. Forum Gewaltfreies Burgenland. Eisenstadt, 2010
  • Abflug nach B 612. In: Alers, Kirsten, et al. (Hrsg.): „Klartext. Nordhessische Gegenwartsliteratur“. Verlag Wortwechsel. Kaufungen 2010 (ISBN 978-3-935663-24-3)
  • Der Weihnachtsengel. In: Dunst, Verena und Reumann, Christian (Hrsg.): „Fabelhaft gegen Gewalt“. Forum Gewaltfreies Burgenland. Eisenstadt, 2009
  • Augustinergässchen. Bei: „Stadtinszenierung Esslingen“ am 18. und 19.09.2009. Veranstaltet durch das Kulturreferat der Stadt Esslingen und die Württembergische Landesbühne Esslingen (vertont von Jochen Feucht)
  • Mostrich für Robinson. In: Oswald, Susanne (Hrsg.): „Liebe, Mord und reichlich Senf!“. Sie-ben Verlag. Fischbachtal, 2009 (ISBN 978-3-940235-78-7)
  • Müllergasse. In: „Autorenkalender 2009“. Uschtrin-Verlag. München, 2008 (ISBN 978-3-932522-12-3) 

 Lyrik


  • Wer weiß ... In: Heins, Rüdiger (Hrsg.): 365 Tage Liebe. Wiesenburg-Verlag. Schweinfurt, 2017 (ISBN 978-3-95632-615-8)
  • Vom Baggerzahn. In: Schulz, Detlef (Hrsg.): Machen Sie aus Ihrem Leben ein Kunstwerk! Wandkalender für 2016. Dr. Detlef Schulz. Essen, 2015
  • Vom Reisen. In: Liegener, Christoph-Maria (Hrsg.): 1. Bubenreuther Literaturwettbewerb 2015. Verlag Tredition. Hamburg, 2015 (ISBN 978-3-7323-6681-1, Paperback)
  • Leipziger Notenspiegel. In: „O Freude. Leipzig im Gedicht. Lyrik & Prosaminiaturen”. Poesiealbum neu, Nr. 1/2015, edition kunst & dichtung. Leipzig, 2015 (ISSN 2193-9683)
  • Aktion Ungeziefer. In: Röchter, Franziska: „Strohblumenstörung – Politische Dichtung der Gegenwart”. chiliverlag. Verl, 2015 (ISBN 978-3-943292-25-1)
  • Kleine Geschichte der Zahnheilkunde. In: Schulz, Detlef: „Auf den Punkt gebracht. Gedichte rund um das Thema Zähne.” Verlag Peter Pomp. Bottrop, 2014 (ISBN 978-3-89355-817-9)
  • Blaufichten. In: Autorenverband Franken: „50 Jahre Autorenverband Franken e. V.” sonderpunkt verlag. Münster, 2014 (ISBN 978-3-95407-039-8)
  • Wertverluste. In: Wenig, Heike (Hrsg.): „Worte reden - Worte schweigen“. HW-Verlag. Dorsten, 2013 (ISBN 978-3-932801-62-4)
  • WERTE SCHÜTZEN!? In: Kulturring in Berlin e. V. (Hrsg. und Verlag): „Frieden ist mehr…“ Berlin, 2012 (ISBN 978-3-9814590-4-3)
  • Kariertes Maiglöckchen. In: Associação dos amigos da leitura e do filme no Algarve: „Karierte Maiglöckchen”. edition ALFA. Portimao, 2012 (ISBN 978-989-95665-5-2)
  • Am Anfang war der Abzählreim. In: „Wir sind Dichter; der athmer Lyrikpreis 2009“. JCS. Sophienhammer, 2009

 

Wertverluste

Die Habgier ist die Quelle allen Strebens

in dieser Zeit, die laut nach Wachstum schreit.
Nur sie bestimmt dabei den Sinn des Lebens
und duldet neben sich bloß noch den Neid.

Das Kaufen überflügelt das Erleben,
Profit gilt als der Tüchtigkeit Beweis.
Das Nehmen ist jetzt seliger denn Geben,
Barmherzigkeit verlangt nach einem Preis.

Doch irgendwann, dann zählen nicht mehr Zahlen,
wird sinnlos es, mit dem Besitz zu prahlen,
für jene selbst, die nur Gewinne kennen.

Auf sie, da warten fürchterliche Qualen
vor Angst, dass Jahre ihren Tand zermahlen
und Wertpapiere in der Hölle brennen. 

Sachtexte


  • Ein ungewöhnlicher Jurist. Vor 100 Jahren starb Karl Emil von Goldmann. (Zuarbeit)
    https://pressreader.com/germany/heuberger-bote/20161230/281543700591121
  • Drei Inseln - drei Welten. Mit dem Nordwestdeutschen Forstverein in Indonesien. In: "Holzzentralblatt" (ISSN 0018-3792, 142. Jahrgang, Nr. 28 vom 15.07.2016, S. 724)  https://forstverein.de/fileadmin/pdf/NFV/HZB_HZB_HP_20160715_20.pdf
  • Carl Christoph von Lengefeld. In: Bücher-Wiki.
    https://buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/LengefeldCarlChristophVon
  • Ein fürstliches Weihnachtsgeschenk. In: „Rudolstädter Heimathefte“ (ISSN 0485-5884, 57. Jahrgang, 2011, Heft 1/2, S. 38 - 40)
  • Deutscher Kaiser und Muslim? Über die Beziehungen Friedrichs II. von Hohenstaufen zum Islam. BoD. Norderstedt, 2006 u. 2019 (ISBN:978-3-7494-0631-9; bis zur 3. Auflage 978-3-8334-6821-6)
  • Zur Lage des deutschen Waldes. In: "BDF AKTUELL" (ISSN 09 45-65 38, Nr. 2/2003, S. 6)
  • Der grüne Garten Allahs – Bäume und Wald im maurischen Spanien. In: „Forst und Holz“ (ISSN 0932-9315, Nr. 23-24/2003, S. 713 - 716)
Der grüne Garten Allahs

Bäume und Wald im maurischen Spanien (711– 1492/1609)

(The Green Garden of Allah – Trees and Woodland in Moorish Spain (711– 1492/1609)


Während der zweiten arabischen Invasion des Maghreb unter Moussa Ibn Noceir überschritt im Mai 711 Târik, einer seiner Generäle, nach einem Hilferuf des westgotischen Adels mit einem kleinen Heer die Straße von Gibraltar. Am Rio Barbate besiegte er eine Truppe des westgotischen Königs Roderich und „Spanien, Sklave theologischer Könige und kriegführender Bischöfe, empfing seine Eroberer mit offenen Armen“ (so der spanische Dichter Vincente Blasco Ibáñez). Damit begann einer der glanzvollsten Abschnitte der islamischen Geschichte wie auch des europäischen Mittelalters. Ibn Jafaya, Dichter aus dem andalusischen Alcira, schildert das Land in den leuchtendsten Farben: „Oh ihr Bewohner Spaniens, wie groß ist euer Glück, Wasser, Schatten, Flüsse und Bäume zu haben! Der Garten des ewigen Glücks wohnt nicht außerhalb, sondern innerhalb eures Territoriums. Hätte ich die Wahl, das wäre der Ort, den ich aussuchte“.

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Eine Gesellschaft der Baumpflanzer


Bäume spielten in den islamischen Staaten der iberischen Halbinsel eine so bedeutende Rolle, dass Thomas Glick dem entsprechenden Kapitel seines Buches über den sozialen und kulturellen Wandel im mittelalterlichen Spanien die Überschrift gab: „A tree-growing society“. Damit sind allerdings weniger Waldbäume gemeint als vielmehr die ungeheure Vielzahl agroforstlicher Nutzungsformen. Denn neben Reis, Zuckerrohr und anderen einjährigen Kulturpflanzen brachten die Araber eine ganze Reihe von Baumarten mit nach Spanien, so Aprikose, Pomeranze, Pampelmuse und Zitrone.


Die Olive als wichtigster Baum wurde zwar auch schon zuvor angebaut, erhielt aber ihre bis heute fortdauernde Bedeutung erst unter maurischer Herrschaft. Dies zeigt sich schon an der arabischen Bezeichnung az-zait für Öl, hispanisiert aceite/azeite die das romanische olio völlig verdrängte. Auch die Frucht trägt mit aceituna/azeitona noch ihren arabischen Namen, ebenso wie der wilde Ölbaum (arab. az-zanbudja, span. acebuche, port. azambuja). Die herausragende Stellung des Olivenanbaus belegen einige Zahlen: Zur Zeit der christlichen Eroberung Sevillas soll die Zahl der Ölbäume in dieser Provinz mehr als 2,5 Mio. betragen haben, die jährlich 5.000 t Früchte produzierten. Die Gegend al-Sharaf (Aljarafe) konnte man nach der Überlieferung sechzig km weit vollständig im ununterbrochenen Schatten von Oliven- und Feigenbäumen durchqueren. Der arabische Geograph Idrîsî (ca. 1100 -1165 n. Chr.) berichtet, dass es hier „8000 blühende Dörfer“ gab. Interessanterweise markierte die nördliche Verbreitungsgrenze der Olive zugleich die Grenze muslimischer Siedlungen.


Auch den Feigenanbau brachten die Mauren mit der Einführung neuer Sorten zu einer einmaligen Blüte. Der mozarabische Bischof Rabî ben Zaid (Recedemus) übersetzte in seinem berühmten „Kalender von Córdoba“, den er um 961 n. Chr. dem Kalifen al-Hakam II widmete, das lateinische Wort ficus sogar mit dem arabischen shajar. Dies bedeutet aber ganz allgemein Baum, während die Feige tin heißt. Sie war somit zum Synonym für Bäume schlechthin geworden! Im Übrigen wird im Kalender von Córdoba verschiedentlich auf Silvikulturen und Waldbewirtschaftung Bezug genommen. So heißt es im Januar: „Der Saft fließt im Holz ... Die Pflanzen der Nussbäume aller Sorten werden in die Erde gebracht, ebenso wie die abgetrennten Stecklinge.“ Im August und im September: „Die Eicheln und Kastanien bilden sich ... Man erntet Nüsse und Piniensamen.“ Und schließlich im Dezember: „Man erntet Eicheln und Kastanien ... Die Blätter der Laubbäume fallen herab.“ Damit wird zugleich die besondere Rolle deutlich, die die Früchte des Waldes – allen voran Eicheln, Nüsse und Kastanien – für die menschliche und tierische Ernährung spielten.


Die Dattelpalme wurde schon vor den Mauren eingeführt, erlangte aber erst unter ihnen wirtschaftliche Bedeutung und landesweite Verbreitung. Vorher dürfte sie hauptsächlich Zierpflanze gewesen sein, denn der römische Schriftsteller Plinius der Ältere beschrieb die iberischen Datteln als bitter und ungenießbar. Während der Westgotenzeit starben die Dattelpalmen nahezu aus und wurden erst von den Arabern wieder über weite Teile der Halbinsel verbreitet und zur Fruchtbaumkultur entwickelt. So neigt man heute dazu, erst ihnen die Einführung der eigentlichen Dattel-Palme zuzuschreiben. Nach arabischer Überlieferung soll Emir 'Abd ar-Rahman I, der Begründer der spanischen Omaijaden-Dynastie, höchstpersönlich im Jahr 756 bei Córdoba die erste Dattelpalme angepflanzt haben.


Auch der schwarze Maulbeerbaum wuchs möglicherweise bereits vor der Ankunft der Araber auf der Halbinsel. Doch erst sie verwendeten ihn zur Seidenraupenzucht, die sie zu höchster Vollendung entwickelten. Allein in Almeria gab es nach Idrîsî rund 800 Seiden-Webereien. Weiter heißt es bei ihm: „In der Epoche, in der wir das vorliegende Werk schreiben, ist Almeria unter die Herrschaft der Christen gefallen. Seine Annehmlichkeiten sind verschwunden, seine Bewohner wurden in die Sklaverei verschleppt, seine Häuser und öffentlichen Bauwerke wurden zerstört und es besteht dort nichts mehr“. Die Seidenindustrie und mit ihr die Pflege der Pflanzungen brach nach der christlichen Eroberung völlig zusammen und sollte erst im 18. Jahrhundert einen bescheidenen Neuanfang erleben, dann allerdings mit dem weißen Maulbeerbaum.


Repartimiento bezeichnet auf Spanisch die Verteilung landwirtschaftlicher Einrichtungen und Nutzflächen an christliche Siedler nach der Vertreibung oder Ermordung der „ungläubigen“ Moslems (und Juden), worüber die neuen Herren akribisch Buch führen ließen. Diese Repartimientos geben ein detailliertes Bild von der Zusammensetzung der Obst-, Oliven- und Maulbeerhaine in den muslimischen Gebieten und erwähnen auch jene Bäume, die Nüsse, Holz und Rinde lieferten. Nach Thomas Glick war im maurischen Spanien eine Volkswirtschaft entstanden, in der Baumprodukte eine stärkere Rolle spielten als je zuvor oder nach dem Ende der islamischen Siedlung. Ursächlich hierfür war die ökonomische Raumausnutzung mehrschichtiger Kulturen, die den Kleinbauern einen optimalen Ertrag an marktfähigen Produkten (cash-crops) garantierte. Die muslimischen Landwirte betrieben dabei eine sehr intensive Form der Mischkultur, in der Bäume, die selten bewässert wurden, von bewässerten Feldern umgeben wurden, um so ihren Ertrag zu steigern.


Die Albujarras, letztes maurisches Fürstentum und Zentrum des verzweifelten Aufstandes von 1568, müssen ihrem Namen nach ursprünglich eine unfruchtbare Gegend gewesen sein, denn dieser lautet auf Arabisch al-Busherat –  das Grasland. Doch die Mauren schafften es, die Täler zu terrassieren und zu bewässern und sogar an den Hängen der schneebedeckten Berge subtropische Früchte anzubauen. Seitdem zählt die Region zu den fruchtbarsten in ganz Spanien und liefert bis heute Zitrusfrüchte, Weintrauben und Feigen.


An der Südküste von Almeria, in der Gemarkung Salobrena, gab es eine charakteristische Mischung von exotischen –  wie Bananen –  mit vertrauten Arten, wie der Eiche. Erklären lässt sich dies mit einem Nebeneinander von intensiv bewirtschafteten Flächen der oben beschriebenen Art mit extensiv genutzten Wäldern, die vorwiegend auf den Hängen und in den höheren Lagen der Berge stockten. Im Andarax-Tal wurden Mitte des 16. Jahrhunderts dort lebende alte Leute gefragt, welche Eichen, Kastanien und Kiefern, welche Pappel- und Bruchwälder hier während der Maurenzeit wuchsen. Sie berichteten, dass die Pappeln für Bau- und Werkholz genutzt wurden, während auf öffentlichem Weideland viele Eichen verblieben.


Einen kuriosen Aspekt der Waldweide schildert AI-Himyarî aus der Umgebung von Cadiz: „Auf dem bewaldeten Teil der Halbinsel wachsen Kiefern und Ginster. Wenn es passiert, dass die Ziegen in diesem Gebüsch unreife Johannisbrotfrüchte fressen, dann hat der Genuss ihrer Milch eine berauschende Wirkung. Dies trifft nicht für die Milch von Schafen zu, die die gleichen Früchte gefressen haben“. AI-Himyarî erwähnt auch die hohe Giftigkeit der Eibe. Sie kam besonders in der Sierra de Segura vor und wurde als Bogenholz hoch geschätzt.


Landschaftsgestaltung als Vorgriff auf das Paradies


In der islamischen Welt gehört zur Idee des Gartens auch der Gedanke an das Paradies und zugleich ist der Garten ein irdisches Abbild desselben. Die Wurzeln der Gartenkunst reichen zurück in die Antike, zu den Römern und Griechen sowie zu den persischen Achämeniden. Bei Letzteren hat das Wort Paradies seinen Ursprung, abgeleitet von pairidaeza, womit man einen ummauerten Garten bezeichnete. Muslimische Architekten und Gärtner aber waren es, die diese Kunst zu höchster Entfaltung brachten. Das berühmteste Beispiel hierfür sind auf der iberischen Halbinsel die Gärten des Generalife in Granada. Beliebt für die Bepflanzung von Höfen und Gartenanlagen waren insbesondere Citrusbäume. Ihre Blüte und auch deren berauschender Duft wird bis heute mit azahar (arab. az-zahr) bezeichnet. Arrizafa (arab. ar-rocâfa) dagegen war der Name königlicher Gärten. So nannte man einen berühmten Park bei Córdoba und einen weiteren in Valencia, deren Name die christliche Eroberung um Jahrhunderte überdauern sollte.


Der Dichter und Theologe Ibn Luyun aus Almeria (13. Jhdt.) hat einige Überlegungen zum Entwurf der Parkanlagen überliefert, in denen auch Bäume aller Art eine entscheidende Rolle spielten: „In der Nähe des Bassins pflanze Büsche, die ihre Blätter nicht verlieren und die dadurch den Ausblick erfreuen, und, etwas weiter entfernt, lege Blumenbeete verschiedener Arten an und, noch weiter weg, immergrüne Bäume ... Unter die Obstbäume pflanze auch den Weinstock, der wie eine schlanke Frau aussieht, oder Bäume, die Holz erzeugen, und danach bereite den jungfräulichen Boden für alles, was du heranziehen möchtest. Für den Hintergrund (des Gartens) nimm Bäume wie die Feige oder solche, die keinen Schaden anrichten. Und ziehe alle möglichen Obstbäume, die noch wachsen, in Kübeln heran, so dass sie, wenn sie ausgewachsen sind, als Schutz vor dem Nordwind dienen, ohne die Sonne davon abzuhalten, die Pflanzen zu erreichen“.


Einzigartig muss die Anlage von Medinat az-Zahrâ gewesen sein, dem „Versailles von Córdoba“, in dem die Macht- und Prachtentfaltung der omaijadischen Kalifen ihren Höhepunkt erreichte und für das die gesamte Umgebung unter ästhetischen und ökologischen Gesichtspunkten modelliert wurde. So berichtet Hermann Schreiber, dass „der Berghang hinter Medina Azzahara mit großem Aufwand bepflanzt wurde, und zwar mit hellem Laubwald, der einen freundlich-grünen Hintergrund für die Palaststadt schuf“.


Wälder und Forsten


Andalusien war berühmt für seine Kiefernwälder –  besonders an der Algarve, entlang der Ostküste und auf den Balearen und für das aus ihnen gewonnene Holz. Es wurde als Baumaterial, als Brennstoff, zur Holzkohleherstellung und für das Handwerk verwendet, vor allem aber zum Schiffbau. Die wichtigsten Werften des Emirats (ab 929 n. Chr. Kalifat) von Córdoba befanden sich in AI-Qasr (Alcacer do Sal) am Rio Sado und in Almeria, später kam noch Tortosa hinzu. Weitere bedeutende Schiffbauorte waren Kanîsat al Ghourâb (Shilb/Silves) am Rio Arade, Shanta-marîya (Santa Maria de Algarve/ Faro) –  gegenüber den damals mit Kiefern bedeckten IIhas dos Caes –  und Shaltish (Saltes), wo insbesondere Handelsschiffe vom Stapel liefen.


Der AI-Gharb (Algarve –  der Westen) war zur Maurenzeit ein einziger riesiger Kiefernwald, der sich fast ohne Unterbrechung zwischen dem Tejo/Tajo und den letzten Ausläufern der Sierra Morena bis zur Atlantikküste erstreckte. Er versorgte eine ganze Reihe von Werften beiderseits des Cabo Sao Vincente und fiel erst im 15. und 16. Jahrhundert dem Bau der spanischen und portugiesischen Kolonialflotten zum Opfer. Auch al-Qasr (Alcacer do Sal) war ringsum von dichten Kiefernwäldern umgeben. Reste hiervon findet man bis heute in der Sierra de Monchique (s. Karte I), nordwestlich von Silves. „ Die schönsten Sorten von Kiefern „wuchsen nach Idrîsî und nach al-Himyarî bei Shaltish (Saltes) auf einer Insel in der gemeinsamen Mündung von Odiel und Rio Tinto.



Zwischen Qâdis (Cadiz) und Malaga, jenseits der Steppen und Sände des Guadalquivir-Deltas schlossen sich einige küstennahe Kiefernwälder an. Sie belieferten die Werften in Algeciras (al-Djazîra al-Khadra) und Marsâ'sh-Shadjra („Baumhafen“, nahe Gibraltar).


Die südöstlichen Gebirge der iberischen Halbinsel waren schon vor Beginn der Maurenzeit im großen Stil geplündert worden. Die dichten Wälder, die der griechische Geograf Strabo noch zur Zeitenwende oberhalb Carthagenas und Malagas beschrieb, wurden im 4. und 5. Jahrhundert abgeholzt. Auch der Waldmantel der Sierra de Tejeda, der Albujarras (s. o.), der Sierra Nevada, der Sierras de los Filabres und de Gador war zu Beginn des 8. Jahrhunderts bereits fast vollständig verschwunden. Almeria, größter Hafen und wichtigste Werft des Emirats, sowie Salobreña, Almuñecar, Malaga und Algeciras versorgten sich aus dem gegenüberliegenden Rif-Gebirge, von den Küsten der Levante und von den Balearen mit Holz.


In der Region von Bobashtro (zwischen Teba und Antequerra; auf der Karte II) wuchsen jedoch noch Kastanien und Korkeichen. Die Sierra Morena (III) und die Serrania de Ronda (IV) enthielten große Holzreserven und das Gebiet zwischen dem Hoch-Guadalquivir und dem Rio Genil (V) war mit Eichen, Nussbäumen und Kastanien bedeckt. Weitere Zentren der Forstwirtschaft waren das Becken von Guadix und die Sierra de Baza (VI) mit ihren ausgedehnten Eichenwäldern. Schließlich ist noch das große Massiv der Sierras de Segura, de Carzorla und de Alcaraz (VII) zu nennen, die bis heute ansehnliche Wälder tragen. Diese erstreckten sich aber damals viel weiter nach Norden und schlossen im Nordwesten den Campo de Montiel mit ein, der heute vollkommen nackt ist.


Auch an der Ostküste, zwischen dem Kap Nao und Katalonien, hatte der Wald eine ungleich größere Ausdehnung als in unserer Zeit. Dies gilt insbesondere für die Kiefernforste der Serrania de Cuença (VIII), die über Qalasa (Calaça) die Hafenstädte Denia und Valencia mit Holz versorgten. Gefragt und als Masten begehrt waren die starken Kiefern aus den Wäldern von Tortosa. Idrîsî: „Man baut hier [in Tortosa] große Schiffe mit dem Holz, das die umgebenden Berge liefern, die mit Kiefern einer bemerkenswerten Stärke und Höhe bedeckt sind. Dieses Holz wird für die Masten und Rahen der Schiffe verwendet. Es ist von rötlicher Farbe, seine Borke ist leuchtend, es ist harzig, dauerhaft und es wird nicht, wie anderes, von Insekten befallen. Es hat einen großen Ruf“. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Tortosa auch das gesamte Holz für den Bau der großen Moschee in Córdoba lieferte!


Schließlich kam noch Holz von den Balearen, deren griechischer Name schon in der Antike Ai Pituoussai lautete, zu Deutsch mit Kiefern bestanden. Vor allem auf Ibiza (arab. Yabîsa; phöniz. Ibusim = die Kiefern) wuchsen „Kiefern, deren Holz sich exzellent für den Bau und die Takelage von Schiffen eignet“.


Von arabischen Geografen wird der Eichen-Reichtum verschiedener Regionen erwähnt. Dabei handelt es sich um die Eichelebene (Fahs al-Ballût, IX) im Distrikt AI-Bitrûdji (heute Los Pedroches) in der Sierra Morena bei Córdoba, um den unteren Tejo-Bereich zwischen Lissabon und Santarem (Fahs al-Ballâta, X) sowie um die Gegend bei Segura de la Sierra (XI) im Südosten von Spanien. Angebaut wurde die Bellotaeiche, eine Varietät der Steineiche, die aus klimatischen Gründen hauptsächlich in der Südhälfte der Halbinsel vorkommt und süße, essbare Früchte trägt. Diese fanden Verwendung für die menschliche Ernährung und für die Schweinezucht der christlichen Mozaraber. Ibn al-Awâm schreibt in seinem „Buch von der Landwirtschaft“: „Die Steineiche von guter Qualität, in den Gärten gepflanzt, erzeugt, wenn man sie im Sommer bewässert und mit Rinderkot düngt, gute, süße Eicheln“. Die Bedeutung der Eiche, insbesondere der Bellotaeiche, war so groß, dass die Eichel auf der iberischen Halbinsel bis heute ihren maurischen Namen trägt. In Spanien heißt sie Bellota, in Portugal Bolota, beides abgeleitet vom arabischen ballût. Zahlreiche Ortsbezeichnungen wie Albolote oder Alcornoque (Korkeiche) weisen noch immer auf diese seinerzeit hochgeschätzte Baumart hin, inzwischen sogar im amerikanischen New Mexico, denn der Name der größten Stadt Albuquerque bedeutet nichts anderes als [Land] der Steineiche! Auch das benachbarte Los Alamos, berüchtigt durch den amerikanischen Atombombenbau, trägt einen forstlichen Namen arabischer Herkunft: Alamo heißt auf Deutsch Pappel und Alameda nennt man einen mit Pappeln bepflanzten Platz.


Über die andalusische Eichelebene berichtet Idrîsî: „Die Berge und Ebenen [um Pedroche] produzieren eine Eichenart, die Früchte trägt, die alle anderen an Qualität übertreffen; die Einwohner dieses Ortes pflegen und kultivieren diesen Baum, weil seine Früchte ihnen in Jahren des Mangels sehr nützlich sind“. Auch sonst sprechen verschiedene Quellen von Aufforstungsmaßnahmen der Mauren, ohne dabei jedoch Details zu nennen, so Peter Mayer. Rudolf Bernt vertritt sogar die Ansicht, dass „die Araber die gesamten unbebaubaren Hänge der Sierra Nevada mit Eichen- und Kiefernwäldern bepflanzt“ hätten.


Eine generelle Einschätzung liefert Olivia Remie Constable: „Vor dem 13. Jahrhundert besaß al-Andalus eine Menge Holz, sowohl für seinen eigenen Bedarf als auch für den Export in andere Regionen der islamischen Welt. Weil die iberische Halbinsel den Werften in Nordafrika und sogar im östlichen Mittelmeer so viel Holz zur Verfügung gestellt hatte, bekam die christliche Eroberung der andalusischen Wälder während des 12. Jahrhunderts in Katalonien und hundert Jahre später auf den Balearen und an der Algarve einen entscheidenden Einfluss auf das Kräfteverhältnis zwischen den christlichen und muslimischen Flotten. In der Tat richteten sich einige christliche Feldzüge gezielt gegen Waldgebiete“.


Holzknappheit entstand damals also nicht durch Erschöpfung der Ressource Wald, sondern durch die gewaltsame Zurückdrängung des islamischen Wirtschaftsraumes. Damit setzte allerdings auch gleichzeitig der Niedergang der spanischen Wälder ein, der im vorletzten Jahrhundert schließlich seinen Höhepunkt erreichte. Schon die Eroberung der maurischen Gebiete durch christliche Truppen erfolgte mit der „Taktik der verbrannten Wälder“. Später gelangte die Mesta, die waldfeindliche Vereinigung der Schafzüchter, zu ungeheurer Macht und schließlich verwandelten die Eroberungszüge der katholischen Könige Bäume in schwimmende (oder untergehende) Festungen. Erich Bauer rechnet vor, dass allein im Jahr 1585 sechs Millionen m³ Rohholz in den Schiffen der Armada steckten, deren Lebensdauer maximal 20 Jahre betrug.


Trotz allem lassen sich noch Fragmente maurischer Waldwirtschaft im heutigen Spanien erkennen. In Elche bilden 200.000 Dattelpalmen bis heute den größten Palmenwald Europas. Ein anderer Baum, den die Araber mitbrachten, wurde sogar namensgebend für einen ganzen Pflanzenverband. Es ist der Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua; arab. al-kharrûb, span. algarrobo, port. alfar-robeira), der ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt und zur Charakterpflanze des Oleo-Ceratonions wurde. Wie er behielten noch zahlreiche andere Gehölze ihren ursprünglichen arabischen Namen, wenn auch z. T. über die Jahrhunderte in mehr oder weniger abgewandelter Form. Schließlich fand sich der Wald selbst noch lange Zeit als arabisches Wort in der spanischen und portugiesischen Sprache. Neben dem bekannten bosque gab es für ihn die Bezeichnungen algava/algaba und moheda/moeda, abgeleitet von al-ghâba und gheidha. Und der Begriff algaida für Buschwald findet sich sogar in jedem Wörterbuch des modernen Spanisch!


Abstract


Between the 8th and the 16th century, under the domination of the Muslim culture and religion, a social and economic system evolved on the Iberian Peninsula, which is characterised by some researchers as a „tree-growing society“. The moors brought a lot of tree-species with them, for example apricot, grapefruit, carob, lemon and bitter orange. They improved the cultivation of olives, mulberry trees and date palms and they protected and exploited the great Iberian forests, which should disappear under the rule of the Catholic kings. Pines and oaks were used in the numerous shipyards and exported all over the Mediterranean. Very important even for the human nutrition was the Bellota Oak, a variety of Quercus ilex, which was cultivated especially in the Sierra Morena, north of Córdoba. It gave its Arabian name (ballut) to all kinds of acorns and a lot of other trees kept their original name too.


Ein ausführliches Quellenverzeichnis ist in „Forst und Holz“ (ISSN 0932-9315), Nr. 23-24/2003, S. 716 zu finden oder beim Verfasser erhältlich.


  • Tunesien - Land der Oasenförster. In: „AFZ - Der Wald” (Nr. 20/2001, S. 1058)
  • Grüne Inseln am Ufer der Wüste - Wald-Nationalparke in Tunesien. In: „Nationalpark” (ISSN 0342-9806, Nr. 20/2001, S. 1058)
  • Das Fatimiden-Kalifat - Wiege der Forstwirtschaft in Ägypten. In: „AFZ - Der Wald” (ISSN 0936-1294, Nr. 2/2001, S. 74 - 75)
  • Weltstadt für drei Tage. Das Tanz- und Folkfest Rudolstadt. In: „Perpedes” (Nr. 2/1997, S. 13)
  • Der Etikettenschwindel des sanften Tourismus. In: „DJH” (Nr. 2/1996, S. 14 - 17) und „Perpedes” (Nr. 4/1996, S. 15 - 17 und 1/1997, S. 9 - 10)
  • Eine Reise durch die Thüringer Eisenbahnprovinz. In: „Freies Wort“ (Februar 1996)
  • Partner für die Umwelt - Naturparke und Forstverwaltungen. In: „Naturschutz- und Natur-parke” (Nr. 157, 2/1995) und „Forst und Holz” (ISSN 0932-9315, Nr. 23/1995, S. 753 - 754)
  • Flamingos, Büffel und ein ganz besonderer See – Der Ichkeul-Nationalpark in Nordafrika. In: „Heimat Thüringen” (ISSN 0946-4697, Nr. 2/1994, S. 40 - 41)
  • Nationalparke in Deutschland - Nationale Verpflichtung oder Homelands für die Natur? In: „Nationalpark” (ISSN 0342-9806, Nr. 84, 3/1994)
  • Kein Plädoyer für Kröten - Von der Naturschützelei zur ökologischen Gesellschaft. In: „Nationalpark” (ISSN 0342-9806, Nr. 66, 1/1990, S. 28 - 31)
  • Geschäft mit dem Waldsterben. In: "Natur & Umwelt" (Ausgabe Hessen, Nr. 4/1984)
  • Giftiger als Zyankali. In: "Der neue hessische Landbote" (ISSN 0172-6633, Nr. 1/1981) 

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