Castel del Monte - Krone Apuliens und steinernes Vermächtnis des Kaisers

 

 

Deutscher Kaiser und Muslim?

Über die Beziehungen Friedrichs II. von Hohenstaufen zum Islam

 

Der Stauferkaiser Friedrich II. war die mit Abstand bedeutendste Persönlichkeit des europäischen Mittelalters. Folgt man der Argumentation von Ustad Tarik Knapp, so war er darüber hinaus auch „der größte Muslim deutscher Herkunft“ (so zu lesen in der Zeitschrift „Morgenstern“, Ausgabe 2/1996). Damit kommt der deutsche Diplomat und Mitbegründer von Bündnis 90/Die Grünen zu dem gleichen Urteil wie schon Jahrhunderte zuvor der arabische Chronist  Ibn al-Furât.

Und in der Tat gibt es eine ganze Reihe von Indizien, die eine solche Schlussfolgerung nahe legen:

  • Kaiser Friedrich beschäftigte sich intensiv mit dem Koran und mit der Sunna, den Worten und Taten des Propheten Mohammed.
  • Als König von Jerusalem sicherte er seinen muslimischen Untertanen die Selbstverwaltung ihrer heiligen Stätten und den freien Zugang zu diesen.
  • Er stand im regen Austausch mit Gelehrten aus der gesamten islamischen Welt.
  • Er unterhielt intensive und freundschaftliche Beziehungen zu den islamischen Anrainern des Mittelmeeres, insbesondere zum Sultan von Ägypten, dem Emir von Tunis und dem Ismailiten-Staat in Nordsyrien.
  • Für die im Königreich Sizilien lebenden Muslime schuf er im apulischen Lucera ein eigenes Gemeinwesen und gewährte ihnen dort nicht nur völlige Glaubensfreiheit, sondern auch weitgehende Autonomie.
  • Schließlich umgab er sich selbst mit Muslimen, machte das islamische Lucera zu seinem bevorzugten Aufenthaltsort und ließ sogar den sizilischen Staatsschatz dort aufbewahren und bewachen.

In meinem 2012 in dritter Auflage erschienenen Buch bin ich allen verfügbaren Hypothesen, Hinweisen und historischen Quellen zu diesem Thema nachgegangen und habe versucht, sie zu einem Puzzle zusammenzusetzen. Wenn auch das Ergebnis noch immer keine hundertprozentige Gewissheit erbringen kann, so ist es doch geeignet, die Welt mit dem Bild dieses Mannes ein weiteres Mal zum Staunen zu bringen. Wie schon vor achthundert Jahren, als ihm seine Zeitgenossen nicht ohne Grund den Beinamen Stupor mundi gaben - das Staunen der Welt.


Das Buch ist für 8,90 € (Taschenbuch) oder 7,49 € (E-Book) im Buch- und im Internethandel erhältlich. Außerdem kann es in verschiedenen in- und ausländischen Bibliotheken entliehen werden, in Deutschland zum Beispiel in der Staatsbibliothek zu Berlin, der Bayerischen Staatsbibliothek München oder den Universitätsbibliotheken in Bonn, Halle, Frankfurt/Main und Passau.